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Damals lebte sein Herz; Sehnsucht war darin und schwermütiger Neid udn ein klein wenig Verachtung udn eine ganze keusche Seligkeit.


Aber obgleich er genau wußte, daß die Liebe ihm viel Schmerz, Drangsal und Demütigung bringen müsse, daß sie überdies den Frieden zerstöre und das Herz mit Melodieen überfülle, ohne daß man Ruhe fand, eine Sache rund zu formen und in Gelassenheit etwas Ganzes daraus zu schmieden, so nahm er sie doch mit Freuden auf, überließ sich ihr ganz und pflegte sie mit den Kräften seines Gemütes, denn er wußte, daß sie reich und lebendig mache, und er sehnte sich , reich und lebendig zu sein, statt in Gelassenheit etws Ganzes zu schmieden......


Denn das Glück, sagte er sich, ist nicht, geliebt zu werden; das ist eine mit Ekel gemischte Genugtuung für die Eitelkeit. Das Glück ist, zu lieben udn vielleicht kleine, trügerische Annäherungen an den geliebten Gegenstand zu erhaschen.


Und er umkreiste behutsam den Opfer-Altar, auf dem die lautere und keusche Flamme seiner Liebe loderte, kniete davor und schürte und nährte sie auf alle Weise, weil er treu sein wollte. Und über eine Weile, unmerklich, ohne Aufsehen und Geräusch, war sie dennoch erloschen.
Aber Tonio Kröger stand noch eine Zeit lang vor dem erkalteten Altar, voll Staunen und Enttäuschung darüber, daß Treue auf Erden unmöglich war. Dann zuckte er die Achseln udn ging seiner Wege.


Er ergab sich ganz der MAcht, die ihm als die erhabenste auf Erden erschien, zu deren Dienst er sich berufen fühlte, und die ihm Hoheit und Ehren versprach, der Macht des Geistes und Wortes, die lächelnd über dem unbewußten und stummen Leben thront.


Das Gefühl, das warme, herzliczhe Gefühl ist immer banal und unbrauchbar, und künsterlisch sind bloß die Gereiztheiten und kalten Ekstasen unseres verdorbenen, unseres artistischen Nervensystems.


Sich von der Traurigkeit der Welt nicht übermannen lassen; beobacheten, merken, einfügen, auch das Quälendste, und übrigens guter Dinge sein, schon im Vollgefühl der sittlichen Überlegenheit über die abscheuliche Erfindung des Seins, - ja freilich! Jedoch zuweilen wächst Ihnen die Sache trotz aller Vernunft über den Kopf. Alles verstehen hieße Alles verzeihen? Ich weiß doch nicht. Es gibt etwas, was ich Erkenntnisekel nenne, Lisaweta: Der Zustand, in dem es dem Menschen genügt eine Sache zu durchschauen, um sich bereits zum Sterben angewiedert (und durchaus nicht versänlich gestimmt) zu fühlen.(....)Hellsehen und noch durch den Tränenschleier des Gefühls hindurch, erkennen, merken, beobachten und das Beobachtete lächelnd bei Seite legen müssen noch in Augenblicken, wo Hände sich umschlingen, Lippen sich finden, wo des Menschen Blick erblindet von Emfpindung, sich bricht,- es ist infam, Lisaweta, es ist niederträchtig, empörend.....aber was hilft es sich zu empören?








Tonio Kröger (1903) von Thomas Mann



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