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Wieso ich Dichter wurde...
Als ich das Gaslicht der Welt erblickte, war ich noch verhältnismäßig jung. Meine Eltern waren zwei Stück, und mein Vater war sehr reich: Er hatte zwei Villen, einen guten und einen bösen. Und eines Tages - es war sehr kalt, und ich fror vor mich hin, denn nicht nur meine Mutter, sondern auch der Ofen war ausgegangen - teilte sich plötzlich die Wand, und eine wunderschöne Fee erschien! Sie hatte ein faltenreiches Gewand und ein ebensolches Gesicht. Sie schritt auf meine Lagerstatt zu und sprach also: "Na, mein Junge, was willst Du denn einmal werden?" Ich antwortete - im Hinblick auf meine ziemlich feuchten Windeln: "Ach, gute Tante, vor allem möchte ich gerne 'dichter' werden!" Das hat die Fee mißverstanden...

(Heinz Erhardt)

Deine Welt
Trudele dahin! Verkehre bei Ingenieuren!
Laß dich als Redakteur von Staatsanwälten verhören!
Sei eingeladen bei Snobs, die wichtigtuende Diplomaten
schnurrend umschleichen, besonders die aus den kleineren Staaten!
Entflieh der Familie! Rutsch die soziale Leiter hinauf und hinab -:
es spielt sich alles unter zweihundert Menschen ab.

Wohn an der Weser, der Oder, der Weichsel, der Elbe -
deine Gesellschaft bleibt immer, immer dieselbe.
Immer dieselben Fahrt- und Leidensgenossen,
wie mit Gittern sind dir die andern Gärten verschlossen.
Freunde sind dein Schicksal, aber nicht zu knapp.
Es spielt sich alles unter zweihundert Menschen ab.

Fahr nach Amerika! Wer steht im Hotel auf den Herrentoiletten?
Rosenfeld. Und er spricht: “Was tun sie in Manhattan?”
Flieh zu den Eskimos, in des Eises kreischende Masse:
der Dicke im Pelz ist bestimmt ein Kind deiner Klasse.
Jag durch die Welt vom nördlichen bis zum südlichen Kap -:
es spielt sich alles unter zweihundert Menschen ab.

Unsere Welt ist so klein. Dies sollst du wissen:
Ganze Klassen und Völker sind nur deines Lebens Kulissen,
du weißt, daß sie sind. Aber sei nicht verwundert:
du lebst ja doch nur inmitten deiner zweihundert.
und hörst du auch fremde Länder und Kontinente erklingen:
du kannst ja gar nicht aus deinem Kreise springen!
Von Stund an, wo sie dich pudern, bis zum gemieteten Grab
spielt sich alles und alles und alles unter zweihundert Menschen ab.

Ich habe unzählige Beweise für den Wahrheitsgehalt dieser Zeilen!

(Kurt Tucholsky)



Günter Grass - Vier Zeilen nur

Alle Bleistifte angespitzt.
Wörter auf Abruf.
Und doch wird ein Rest
ungesagt bleiben.


Ich bat um Reichtum, um glücklich zu werden.
Ich erhielt ihn nicht und wurde weise.
Ich bat um Kraft, etwas zu leisten.
Ich erhielt sie nicht und lernte, Gottes Hilfe zu suchen.
Ich erbat alles, um mich des Lebens zu erfreuen.
Ich erhielt das Leben, um mich an allem zu erfreuen.
Ich bekam wenig von dem, was ich erbat,
und doch alles, was ich erhofft hatte.

(Unbekannter Verfasser)


Was es ist

Es ist Unsinn sagt die Vernunft.
Es ist was es ist sagt die Liebe.

Es ist Unglück sagt die Berechnung.
es ist nichts als Schmerz sagt die Angst.
Es ist aussichtslos sagt die Einsicht.
Es ist was es ist sagt die Liebe.

Es ist lächerlich sagt der Stolz.
Es ist leichtsinning sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich sagt die Erfahrung.
Es ist was es ist sagt die Liebe.

(Erich Fried)


There Is Only One Story

There is only one story:
he loved her,
then stopped loving her,
while she did not
stop loving him.
There is only one story:
she loved him,
then stopped loving him,
while he did not
stop loving her.
The truth is simple:
you do not die
from love.
You only wish
you did.

© Erica Mann Jong


LYNDSAY COO
A Sea-Change


I know what it is to drown.
Not emotionally, the aching sweet, lyrical deaths
writers and lovers will have you believe in.
I talk of water, and salt
piercing you
like memories.
And cold like marble slabs
on which the dead are laid
filling your nose and tongue
and every dark crevice
until you freeze from within
and your skin splits as you expand.
I talk of waves, and foam
so unbelievably strong,
so many million million millions of atoms
pouring down on you like rock.
We were not born with gills
and the purity of water chokes us:
it is lighter than air, and more bright,
of more quality and substance than oxygen.
More gentle and more powerful.
More clear and more dark.
It is where we came from.
I know what it is like to drown
and my desire is to return to the ocean’s womb
the soft heartbeat of the deep.
This time there will be no saviour,
no hand to pluck me out of my foetal dream.
I will cut my gills with this razor
and I will swim.




Augen in der Großstadt

Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
mit deinen Sorgen:
da zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:

Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das? vielleicht dein Lebensglück ...
vorbei, verweht, nie wieder.

Du gehst dein Leben lang
auf tausend Straßen;
du siehst auf deinem Gang,
die dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die Seele klingt;
du hast's gefunden,
nur für Sekunden ...

Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider;
was war das? kein Mensch dreht die Zeit zurück ...
vorbei, verweht, nie wieder.

Du mußt auf deinem Gang
durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden andern.
Es kann ein Feind sein,
es kann ein Freund sein,
es kann im Kampfe dein
Genosse sein.
Er sieht hinüber
und zieht vorüber ...

Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider.
Was war das?
Von der großen Menschheit ein Stück!
Vorbei, verweht, nie wieder.


(Kurt Tucholsky(1930))


Novalis: Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren (1800)

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen,
Wenn die so singen oder küssen
Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
Wenn sich die Welt ins freie Leben
Und in die Welt wird zurückbegeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu echter Klarheit werden gatten
Und man in Märchen und Gedichten
Erkennt die ewgen Weltgeschichten,
Dann fliegt vor einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.


Manchmal wünsche ich mir....

Manchmal wünsche ich mir,
dass du den Horizont aufreißt, die Wolken beiseite schiebst und meinen Namen in den Himmel schreibst.Damit ich erleben kann, wie du mich beim Namen rufst.

Manchmal wünsche ich mir,
dass du mir als Gegenüber begegnest, deine Hände ausstreckst und mir den Halt schenkst, nach dem ich sehne. Damit ich verstehen kann wie es ist, unter deinem Schutz zu stehen.

Manchmal wünsche ich mir, dass das Rauschen des Windes deine Stimme in sich trägt.Du deinen Mund öffnest und mir sagst, wieviel ich dir bedeute. Damit ich glauben kann, dass du mich liebst.

Manchmal wünsche ich mir soviel mehr von dir, wie ich meine von dir zu bekommen.Und dabei übersehe ich, wie du mir den Horizont öffnest, dich zu mir beugst und mir ein "Ich liebe dich" ins Ohr flüsterst.

Michaela Ender


Die Nacht war dunkel, der Mond schien helle, als ein Auto blitzeschnelle langsam um die Ecke fuhr, drinnen saßen stehend Leute, schweigend ins Gespräch vertieft, als ein totgeschossener Hase übern Sandberg Schlittschuh fuhr.


Die Maske

Ich mache den Eindruck, als sei ich umgänglich,
als sei alles sonnig und heiter in mir, innen wie außen,als sei mein Name Vertrauen und mein Spiel Kühle,
als sei ich ein stilles Wasser und als könne ich über alles bestimmen, so, als brauchte ich niemanden.
Aber glaubt mir bitte nicht!
Mein Äußeres mag sicher erscheinen, aber es ist eine Maske.
Darunter ist nichts Entsprechendes.
Darunter bin ich, wie ich wirklich bin: verwirrt, voller Furcht und alleine.
Aber ich verberge das.
Ich möchte nicht, dass es irgendjemand merkt.
Beim bloßen Gedanken an meine Schwäche bekomme ich Panik und fürchte mich davor, mich anderen überhaupt auszusetzen. Gerade deshalb erfinde ich verzweifelt Masken, hinter denen ich mich verbergen kann:
Eine lässige, kluge Fassade, die mir hilft, etwas vorzutäuschen, die mich vor dem wissenden Blick sichert, der mich erkennen würde.
Dabei wäre dieser Blick gerade meine Rettung.
Und ich weiß es.
Wenn er verbunden wäre mit Angenommenwerden, mit Liebe.
Das Einzige, das mir Sicherheit geben würde, das ich mir selbst nicht geben kann:

dass ich wirklich etwas wert bin.

(von Tobias Brocher...)


Sommermädchenküssetauschelächelbeichte

An der Murmelrieselplauderplätscherquelle
Saß ich sehnsuchtstränentropfeltrauerbang;
Trat herzu ein Augenblinzeljunggeselle
In verwegnem Hüfteschwingeschlendergang,
Zog mit Schäkerehrfurchtsbittegrußverbeugung
Seinen Ferderbaumelriesenkrempenhut -
Gleich verspürt' ich Liebeszauberkeimenneigung,
War ihm zitterjubelschauderherzensgut.

Nahm er Platz mit Spitzbubtückekichern,
Schlang um mich den Eisenklammermuskelarm!
Vor dem Griff, den grauselgruselsiegessichern,
Wurde mir so zappelseligsiedewarm.
Und er rief: Mein Zuckerschnuckelputzelkindchen,
Welch ein Schmiegeschmatzeschwelgehochgenuß!
Gab mir auf mein Schmachteschmollerosenmündchen
Einen Schnurrbartstachelkitzelkosekuß.

Da durchfuhr mich Wonneloderflackerfeuer -
Ach, das war so überwinderwundervoll ...
Küß´t' ich selbst das Stachelkitzelungeheuer,
Sommersonnenrauschverwirrungsrasetoll!

Schilt nicht, Hüstelkeifewackeltrampeltante,
Wenn dein Nichtchen jetzt nicht knickeknischekniet,
Denn der Plauderplätscherquellenunbekannte
Küßte wirklich wetterbombenexquisit!

(Hanns Freiherr von Gumppenburg (1866-1928))



Rede vom Glück
(aus: Im Glück und anderswo, Gedichte, 2001)

Wie übers Glück reden?
Wenn das einmal glückte:
Wäre das nicht Glück?

Mir glückte es nie,
das Glück zu beschwören
ohne Unglücksgrundierung.

Als ob das Glück,
um zu glücken, bedürfte
der Folie des Unglücks.

Braucht nicht das Unglück
vielmehr das Glück,
das Mißglücken das Glücken?

Der Wortstamm ist: Glücken.
Mißglücken, Nichtglücken:
Verunglückte Zweige,

Glücklose Triebe
auf glückhaft wurzelndem
Grundglück.

Vor allem Unglück
war Glück. Vor allem
Mißglücken glückte es.

Ihr glücklichen Tage!
Nur wen ihr beglückt,
der kennt glücklose Nächte.

Wir glücklichen Menschen!
Vor unserem Glück erst
erstrahlt hell euer Unglück.

(Robert Gernhardt)



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